Gipsbruch Endsee

Gipsbruch Endsee

Der „Gipsbruch Endsee“ ist ein alter Steinbruch, in dem eine 7 m dicke Gipsfuge abgebaut wurde. Es entstand vor etwa 230 Millionen Jahren während der Mittleren Keuper-Ära in trockenem Klima durch Verdunstung in einer vom Meer geschnittenen Lagune.

Wirtschaftliche Bedeutung und Bergbau

Gips ist ein wichtiger Rohstoff für die Bauindustrie. Der Mittelkeuper Basisgips ist Bayerns wirtschaftlich bedeutendster Gipserzgang und wird daher an verschiedenen Standorten zum Teil in großem Umfang abgebaut. Auch im südlichen Teil des Endseer Bergs wird noch heute Gips abgebaut. Um die Grenze mit „tauben“ Anhydriten rechtzeitig planen zu können, wurden Untersuchungsstollen in den Berg gegraben. Das „Mündungsloch“ eines solchen Tunnels ist im Steinbruch von Endsee zu sehen.

Wanderung zum Gibsbruch Endsee

Zwischen Rothenburg ob der Tauber und Bad Windsheim liegt eines der schönsten Geotope Bayerns. Der alte Gipssteinbruch Endsee steht seit mehreren Jahren unter Naturschutz, sodass inzwischen ein einzigartiges Biotop entstanden ist. Obwohl das Gebiet nicht besonders groß ist, lässt sich die Geschichte des Landes hier im Landkreis Ansbach wunderbar erkunden. Ein einzigartiger Ort, der vom Massentourismus völlig unberührt ist und doch so viel zu bieten hat. Wir verbinden einen Besuch im alten Steinbruch mit einer kleinen Wanderung von rund 5 Kilometern rund um den Endseer Berg.

Die graue Lagune – Gipssteinbruch Endsee

Der Gipssteinbruch Endsee, auch liebevoll Graue Lagune genannt, liegt im heutigen Industriegebiet Endsee. Im Endseegebiet wird seit dem 17. Jahrhundert Gips abgebaut. Der industrielle Gesteinsabbau begann erst in den 1939er Jahren. 1965 wurde jedoch der Abbau an dieser Stelle eingestellt. Heute ist der ehemalige Steinbruch als Lebensraum für Flora und Fauna ausgewiesen und zählt zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Die Gipsablagerungen sind massiv, bis zu sieben Meter hoch. Damals befanden sie sich etwa 20 Meter unter der Erdoberfläche. Für den Betrieb wurde ein 30 Meter tiefer Tunnel gegraben, der heute seltene Fledermausarten beherbergt. Schaut man sich die Gipsschichten im Steinbruch genauer an, erkennt man rechts die Verkarstung entlang der Spalten, während sich der Gips im linken Bereich bereits aufgelöst hat.

Am Fuß des Steinbruchprofils befindet sich die sogenannte Grundbeschichtung. Es besteht aus massiven Bänken in weißem und grauem Putz. Gips ist ein sehr weiches Gestein, das sich auch relativ gut in Wasser auflöst. Durch Niederschläge entstehen an der Felsoberfläche vertikale Rillen, die teilweise durch Grate mit extrem scharfen Grate voneinander getrennt sind. Diese Form der Erosion wird Charrette genannt. Sie finden sie auch hier im Gipssteinbruch. Auf dem Unterputz liegen plattenartige Schichten auf. Hier wechseln sich dünne Pariser Stuckbänke mit grauem oder rotem Ton, farbigen Mergelschichten oder auch felsigem Schluff ab, der dem Pariser Putz ein gestreiftes Aussehen verleiht. In der untersten Mergelschicht sind manchmal Muschelabdrücke zu finden.

Anfahrt – So finden Sie den Gipssteinbruch Endsee

Durch den Autobahnanschluss an die A7 zwischen Feuchtwangen und Würzburg ist Endsee schnell und einfach zu erreichen. Nehmen Sie die Ausfahrt 107 Richtung Bad Windsheim und fahren Sie Richtung Adelshofen / Endsee. Vor Ortseingang links in das Gewerbegebiet (Baukreativstraße) abbiegen. Nach ca. 100 Metern sehen Sie auf der linken Seite das Firmengelände der BK Gruppe. Sie können Ihr Auto auf der rechten Seite parken. Dort befindet sich auch das Geotop Gipsbruch Endsee.

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